Mit dem ersten Kundenprojekt war sportima am 3.12.04 gleich in der Presse (St. Galler Tagblatt) vertreten. Die Website für den OBV (Ostschweizer Blindenfürsorge Verein) fand beim Publikum grosse Beachtung. Auch Tele Ostschweiz brachte einen Beitrag über die Website
Blindenfürsorgeverein wirbt für Web-Seiten, die auch blinden Menschen zugänglich sind
st. Gallen. Der Ostschweizerische Blindenfürsorgeverein (OBV) hat seine Homepage neu gestaltet. Ihr Inhalt ist praktisch uneingeschränkt blinden und sehbehinderten Menschen zugänglich.
Claudia Schmid«Für die Blinden und Sehbehinderten sind PC und Internet zu einem wichtigen Kommunikationsmittel geworden. Das grosse Informationsangebot auf dem Web bringt ihnen mehr Selbständigkeit», sagte OBV-Gesamtleiter Albert Wassmer bei der Vorstellung der neuen Homepage. Mit der Entwicklung von Sprachausgabesystemen und Punktschriftzeilen sei auf technischer Seite sehr viel dafür getan worden, um ihnen den Zugang zum Internet zu ermöglichen. Leider habe es sich aber gezeigt, dass dies im Bereich Multimedia nicht der Fall sei. «Flashanimationen, Javaplugins, Frames und Ähnliches sind Technologien, die die gängigen Hilfsprogramme für blinde Menschen nicht unterstützen können, da sie auf Grafiktechnologien basieren. Ein barrierefreier Zugang ist also nicht möglich.»
Inhalt vor Multimedia
Zusammen mit der St. Galler Firma Sportima hat nun der OBV bei der Programmierung der neuen Homepage versucht, sämtliche neuen Technologien zur Unterstützung der blindentechnischen Hilfsmittel einzubeziehen. «Wir haben auf den Einsatz von Multimedia verzichtet und auf eine klar gegliederte Darstellung mit einigen wenigen Bildern geachtet», sagte Projektleiter Siegfried Miesler. Für Sehende wirke der Auftritt vielleicht auf den ersten Blick etwas nüchtern, dafür aber sei der Inhalt der Informationen sofort ersichtlich. Damit sich die Sehbehinderten in der Navigation möglichst gut zurechtfinden, haben die Programmierer kontrastreiche Farben gewählt. Zudem lässt sich die Schrift in verschiedenen Grössen anzeigen. Blinde werden beim Aufrufen der Seite auf eine spezielle Ebene geführt. Dort gelangen sie auf eine Navigation, die sie Zeile für Zeile durch die Inhaltsübersicht führt. Bilder werden am Schluss eines Textes angegeben. Dafür müssen sie aber mit Textzeilen hinterlegt sein, die das Bild beschreiben.
Für Anliegen sensibilisieren
Für ihn habe die Herausforderung darin bestanden, Informationen für alle - ob sehend, sehbehindert oder blind - zugänglich zu machen, sagte Sportima-Geschäftsführer Andreas Litscher. Beim verwendeten System brauche man nicht den ganzen Inhalt zweimal zu programmieren, sondern könne für beide Versionen auf die gleiche Datenbank zurückgreifen. Mit seiner Homepage will der Ostschweizerische Blindenfürsorgeverein auch dafür werben, dass beim Programmieren aller Web-Seiten an die Bedürfnisse der behinderten Menschen gedacht wird. «Bei Institutionen der öffentlichen Hand ist die Sensibilität für das Anliegen gestiegen», sagte Albert Wassmer. Laut Andreas Litscher ist das Programmieren einer barrierefreien Web-Seite nicht oder zumindest nicht wesentlich teurer. Wichtig sei, dass Links mit einem verständlichen Text versehen seien. Ein schlechtes Beispiel dafür sei «hier klicken».
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